Michael Krause, Mitglied im Kreisrat des Landkreises Konstanz, ist am vergangenen Mittwoch der Piratenpartei beigetreten. Zuvor hatte er seinen Austritt aus der Partei Die Linke erklärt.
Krause besuchte in der Vergangenheit mehrere Treffen der PIRATEN, bei denen intensive Gespräche über die Politik im Landkreis geführt wurden. Der Kreisrat und die Konstanzer Piraten haben so bereits einen guten Eindruck voneinander gewonnen.
»Wir freuen uns auf spannende Gespräche und den Austausch mit dem Kreisrat«, begrüßt Martin Rudel, Vorsitzender im Kreisverband Konstanz der Piraten, den neuen Mitstreiter. »Zusammen mit Michael haben wir jetzt die Möglichkeit, die Politik im Landkreis schon vor den Kommunalwahlen 2014 aktiv mitzugestalten.«
Ähnlich äußert sich Ute Hauth, stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei Baden-Württemberg: »Wir freuen uns sehr darüber, dass Michael Krause bei uns anheuert. Sein Wechsel ist die logische Konsequenz seines piratigen Politikstils, mit dem er bereits zur Landtagswahl 2011 in Erscheinung getreten ist.«
In einer persönlichen Erklärung [2] sagte Krause: »Die Piratenpartei bietet für mich nun eine politische Alternative. Auch steht sie für ein Mehr an Demokratie und sozialer Gerechtigkeit. Meine Erwartungen an die PIRATEN sind sicherlich groß. Ich erwarte eine offene Partei, die auf die Bürger zugeht, und die sich in die politische Gestaltung einmischt.«
Nach dem Übertritt des Gemeinderates Uwe Maiter in Heidenheim [1] ist Krause bereits das zweite Mitglied der Piratenpartei in einem baden-württembergischen Kommunalparlament.
[1] http://www.piratenpartei-bw.de/2011/02/16/fdp-gemeinderat-tritt-der-piratenpartei-bei/
[2] http://www.michael-krause-dielinke.lima-city.de/?p=1311
Wegen Serverproblemen auf der Seite unter [2], hier der Text dazu, wie er auch an die Presse verteilt wurde:
Hiermit möchte ich Sie über das Ende meiner Mitgliedschaft in der Partei Die Linke informieren.Zukünftig werde ich mich für die Piratenpartei engagieren.Meine Entscheidung die Linke nach 15 Jahren zu verlassen ist mir nicht leicht gefallen. Aber meinen politischen Anforderungen an eine Partei ist die Linke im Landkreis Konstanz leider nicht gerecht geworden. Trotz vieler Versuche der Linken im Landkreis Konstanz entsprechende Impulse zu geben, hat sich für mich nicht wirklich viel verändert.Ich sehe die Linke weiterhin als eine wichtige Partei in Deutschland an. Gerade wenn es um Demokratie und ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit geht. Keine der 4 großen Parteien (CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne) in Deutschland vertritt diese Punkte so ehrlich und konsequent wie die Linke.Der Linken wünsche ich für die Zukunft alles Gute und das Sie im Landkreis Konstanz Ihren Weg findet.Die Piratenpartei bietet für mich nun eine politische Alternative. Auch Sie steht für ein Mehr an Demokratie und sozialer Gerechtigkeit. Meine Erwartungen an die Piraten sind sicherlich groß. Ich erwarte eine offene Partei die auf die Bürger zugeht und die sich in die politische Gestaltung einmischt. Gerade als Kreisrat ist es mir wichtig, die unterschiedlichsten Meinungen und Positionen in meine Entscheidungen einfließen zu lassen.Ich möchte mich bei denen entschuldigen, die sich durch meine Entscheidung verletzt fühlen. Für mich sind aber meine politischen Inhalte nicht an eine Partei gebunden. Aus diesem Grund sollte sich jeder selbst hinterfragen, mit welchen politischen Partnern er zusammenarbeitet um am besten für seine Ziele zu kämpfen. Für mich ist es eben im Landkreis Konstanz eher die Piratenpartei.Michael Krause, Kreisrat
Am Wochenende fand in Heidenheim der Landesparteitag der Piratenpartei Baden-Württemberg statt. Priorität des Landesparteitags war die turnusgemäße Vorstandswahl. Fast alle Mitglieder des bisherigen Vorstands waren aus zeitlichen oder familiären Gründen nicht mehr angetreten, andere verzichteten auf eine erneute Kandidatur, da sie eine Rotation befürworten. So wurden die Wahlen äußerst spannend.
Stellvertretende Vorsitzende wurde die bisherige Beisitzerin Ute Hauth, die als einziges Mitglied des alten Vorstands erneut antrat, mit ca. 60 Prozent der Stimmen. Die Diplom-Informatikerin (FH) aus Konstanz möchte weiterhin insbesondere die Kommunikation der Piraten innerhalb des Landesverbands verbessern.
“Wir möchten wissen, was die Menschen wollen, gute und respektvolle Kommunikation muss deshalb bei uns selbst anfangen.”, sagte Ute Hauth.
Ute Hauth war 2009 Gründungsmitglied des Piratentreffs und heutigen Kreisverbands Konstanz. Zur Landtagswahl in Baden Württemberg 2011 kandidierte sie im Wahlkreis Konstanz für die Piratenpartei. Vor ihrer Wahl zur Beisitzerin des Landesvorstands am 04. Juni 2011 war Ute Hauth Stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Konstanz.
Bei der Wahl zum Vorsitzenden setzte sich der bisherige Vorsitzende des Kreisverbands Rastatt/Baden-Baden Lars Pallasch aus Bühl mit ebenfalls etwa 60 Prozent der Stimmen durch. Der 35-jährige verheiratete Familienvater und Informatiker ist Head of Business Development bei einem Karlsruher Technologieunternehmen. In seiner Rede forderte er vom kommenden Landesvorstand mehr Engagement im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Mitgliedermotivation. Er fand lobende Worte für die Arbeit des scheidenden Vorstands, mahnte aber die Mitglieder zu vermehrter Mitarbeit.
Als Schatzmeister wurde Christoph Schönfeld, 27-jähriger CNC-Dreher aus Burladingen bei Balingen, mit 84 Prozent der Stimmen gewählt.
Gegen vier weitere Kandidaten setzte sich Martin Lange mit einem Ergebnis von 73 Prozent bei der Wahl zum Politischen Geschäftsführer durch. Der 27-jährige Physikstudent will das politische Programm der Partei in konkrete Forderungen gießen. Diese sollen basisdemokratisch in Arbeitsgemeinschaften entwickelt werden.
Neuer Generalsekretär wurde Christian Schwarz, Software-Entwickler aus Karlsruhe. Er bekam 90% der Stimmen und will sich vor allem mit der Umstellung der internen Mitgliederverwaltung auf ein neues Softwaresystem beschäftigen.
Der 30-jährige Krankenpfleger Marco Geupert aus Heidenheim bekam bei der Wahl zum Beisitzer 83 Prozent der Stimmen. Sebastian Staudenmaier, 21-jähriger Informatikstudent aus Schwäbisch Gmünd und bisheriger Ersatzrichter am Landesschiedsgericht, wurde mit 51 Prozent der Stimmen ebenfalls zum Beisitzer gewählt.
Der gesamte Landesparteitag wurde von Matthias Schumacher in Gebärdensprache begleitet und in einem separaten Videostream online übertragen. Auf diese Weise konnten die Barrierefreiheit gewährleistet und viele Bürger erreicht werden. Der Berliner übernahm diese Aufgabe bereits beim CSD 2009 und 2011 in Konstanz.
Am Sonntag, den 19. Februar 2012, mischten sich etliche Rechtsradikale unter die ausgelassenen Teilnehmer des traditionellen Fastnachtsumzuges in Konstanz und verteilten ihre Propaganda. Auf einem Banner warben sie für rechtsradikales Gedankengut.
Die Piraten im Kreis Konstanz verabscheuen jede Form von Intoleranz und Diskriminierung.
“Rassismus und kulturell begründete Diskriminierung sind nach wie vor ein gravierendes Problem, das dem friedlichen Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft im Wege steht. Gewalt und Einschüchterung aufgrund der Herkunft, Religion oder Kultur sind in jedem Fall inakzeptabel. Darum muss Rassismus und Ausländerfeindlichkeit jeder Form entschieden entgegengetreten werden, ebenso wie anderen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.”, das Parteiprogramm bezieht hierzu klar Stellung.
Der Kreisverband der Piratenpartei fordert die Klärung der Geschehnisse und eine Stellungnahme der Stadt Konstanz, der Parteien und der Vereinigten Konstanzer Narrengesellschaften und erwarten eine klare Distanzierung.